WERKGRUPPE KENOTAPH | In dieser WERKGRUPPE entstehen 2022 — 2023 vier Sandholz-Objekte im Kontext der Erzählung »Gesang der Sirenen«.
Ein leeres Grabmahl, das dem Erinnern an Menschen gewidmet ist, die verloren sind, deren sterblichen Überreste nicht geborgen werden konnten.
KENOTAPH Ein Mahnmal für die Vermissten, ein Monument für die Verschwundenen, die Untergegangen auf dem Weg in eine andere Welt. Der Weg war ein erhoffter Übergang in ein besseres Leben. Ein Denkmal für Menschen, die in der Fremde umkamen, deren Leichnam nicht geborgen wurden. Aber auch ein Zeichen für eine stetige Sehnsucht, die uns allen gemeinsam ist, die Sehnsucht nach unserer eigenen menschenwürdigen Lebensform in Freiheit und Frieden.
WELT In der Werkgruppe KENOTAPH entstanden 2022 — 2023 vier Objekte zum Thema »Gesang der Sirenen« auf den Kiesbänken des Lech, nördlich der Johannisbrücke und am Ostufer, etwa auf der Höhe von Weissenbach. Die drei Sandholz-Objekte unterliegen der Gewalt des Hochwassers im Frühjahr oder dem aufkommender Starkwasser nach Regelfällen während des Jahres. Sie stehen für unsere oft vergebliche Suche nach einem Platz in der Welt.
ZEIT In absehbarer Zeit werden die abgelegten Sandhölzer vom Fluß wieder weggeholt, die Objekte verschwinden — unaufhaltsam. Nur die Fotographien können beweisen, dass sie hier und jetzt gewesen sind.
ORT Die Artefakte von Christine Gottloeber, waren am »Wilden Lech« bei Weissenbach zu sehen. Sie stehen in erzählerischer Verbindung mit dem Thema »Gesang der Sirenen«. In der Form raumgreifend, gleichzeitig filigran aus unzähligen Sandhölzern zusammen gefügt, verschmelzen die Umrisse ja nach wechselndem Licht, nah am Wasser, fast mit dem Untergrund und Hintergrund. GeoLocation: Lechtal bei Weissenbach.
ANDENKEN Die Schotterfläche am Lechzopf war schon immer da. Und sie verändert sich unaufhaltsam in der Zeit, wie unsere Erinnerung. Auch die Objekte verweilen hier nur kurz bis das nächste Starkwasser die Hölzern hinweg trägt ins fließende Vergessen. Welche Erinnerung wir bewahren wollen liegt bei uns.
Christine Gottloeber Die Künstlerin lebt und arbeitet in Apfeldorf am Lech und München. Seit 2015 gestaltet sie Sandholzobjekte im Lechtal unter freiem Himmel und sucht damit eine Ausdrucksform zum Thema: »Gesang der Sirenen«.
Wilder Lech bei Weissenbach | Tirol | Austria © Photographie Thomas Garrecht